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Da ich immer wieder gefragt werde, was hast Du eigentlich beruflich gemacht, habe ich mich entschlossen etwas über mich selbst zu berichten. Eigenlob stinkt bekanntlich, doch die sehr zutreffende „Laudatio“ von Werner Luder zu meinem 75. Geburtstag gab schliesslich den Ausschlag über meinen – wie man heute sagt – JOB  zu berichten. Auch habe ich nun in Sta. Maria dazu die innere Ruhe und die nötige Distanz gefunden:      LAUDATIO von WERNER

Als ich am 1. September 1955 in der Bahnhof-Kühlhaus AG Basel, von der Firma DANZAS kommend als DISPONENT eintrat redete man noch nicht von Tiefkühlor-Logistik oder Kommissionieren und Feinverteilung.

Ich suchte einen lebhaften Betrieb,
aber die Lebensmittelbranche und die
Kälteanwendung waren wir neu.

Der Wochenbeginn und vor den Feiertagen
kam dann noch die Hektik dazu und als
Dienstleister mussten wir zu den Anliegen
der Kunden immer JA sagen und das JA ABER...
verkneifen.

im Jahr 1956 wollte ich heirateten und suchte,
wie damals üblich eine "Lebensstelle"

Der Lohn war zeitentsprechend gut,
man hat nach Rücksprache
mit dem Verwaltungsrat
meinen Vorstellungen
entsprochen.
Unsere Gehälter wurden
während Jahren noch mit
denjenigen der SBB-Beamten
verglichen.

In meiner über 46-jährigen Tätigkeit – nicht selbstverständlich, ich bekam auch verlockende Angebote oder in Krisen schaute ich mich mal nach etwas anderem um. Einmal kam es fast so weit, ich kannt jedoch denjenigen,der mich weglotsen wollte zur Genüge.

Aber ich hielt der Firma die Treue erhielt eine Lohnerhöhung und die Prokura dazu. Ich durfte immer auf die Unterstützung und da Vertrauendurch die ehemaligen Direktoren Dr. Ernst Baumgartner und Emil Wamister zählen.

Auch übernahm ich nach und nach den gesamten Gebäude- und technischen Unterhalt. 1963 wurde ich für die örtliche Bauleitung des Neubaus freigestellt und dann kam Möhlin. wo ich voll in Projektierung und Bauleitung  war.


Dies war nur möglich weil an der Front Hansruedi Obrecht mich entlastete. Von besonderem Vorteil war, dass ich als Sekretär des Verwaltungsrates und später als Direktor einen kurzen Draht zum Verwaltungsrat hatte. Besonders hervorheben möchte ich das Vertrauen - in meine manchmal futuristischen Pläne – der Verwaltungsratspräsidenten Dr. Ernst Miescher und Dr. Peter Gloor.

Auch wurde mir immer wieder gestattet in internationalen Organisationen, wie der Technischen Kommission des Europäischen Kühlhäuser Verbandes AEEF in Brüssel,
des International Institut of Refrigeration in Paris,
in der EU-Normenkommission mitzuarbeiten.
Damit erhielt ich Kontakt mit Kältefachleuten und Kühlhaus-Betreibern von deren Erfahrung und Wissen ich profitierte und nach und nach mich zu einem Generalist entwickelte. Dieser Ausdruck ist heute jedoch eher verpönt

Ich bekam Einblicke in alle bedeutenden
Kühlhausunternehmen.
Hier bei einem Besuch bei SALVESEN

Für mich war ein Meilenstein als wir in den 90er Jahre den Namen von Bahnhof-Kühlhaus in FRIGOSUISSE ändern durften. Im Ausland wurde ich vielmals mit einem Bähnler mit einer roten Mütze auf dem Kopf verglichen. Doch es kam die Zeit wo die TK-Transporte sich mehr und mehr von der Schiene auf die Strasse verlegten.

Dieser Namenswechsel war wichtig, denn nach 1990, als das noch verbindende Nachbeeisungsgeschäft der Lebensmittelzüge auch noch wegfiel, zählten die Bahngesellschaften das Betreiben eines Kühlhauses nicht mehr zu ihrem Kerngeschäft.

1995 Pensionierung
Dass ich meine Laufbahn als Direktor und

nach meiner Pensionierung als Verwaltungsrat beenden würde,

liess ich mir nie träumen.

ich hatte eine schöne erfüllte Zeit, dabei wusste
ich dass das alle Mitarbeiter hinter mir standen.
Ohne das gute Team hätten wir nie das Ziel erreicht, der führende Dienstleister in der TK-Logistik zu werden.

Beim Zusammentragen des Textes bin ich auf Erinnerungen und Texte gestossen die ich meinen Freunden, ehemaligen Verwaltungsräten und Mitarbeitern, Lieferanten Baufirmen und Kunden nicht vorenthalten möchte.

Deshalb ist wieder einmal eine lange Geschichte daraus geworden und ich hoffe dass sie daran Interesse finden, ansonsten wechseln auf eine andere dieser HOMEPAGE:    Home    BASEL NEWS   NEWS Sta. Maria  Ma Cuisine

Die nachstehenden Kapitel befinden sich noch in Bearbeitung,
da ich noch mehr Material zusammentragen muss


Geschichtliche Entwicklung seit der Gründung

Die Konservierung von Lebensmitteln durch KÄLTE ist immer noch eine der bedeutendsten Errungenschaften zur Erhaltung und Sicherstellung der Lebensmittelversorgung auf der ganzen Welt

Die nach dem ersten Weltkrieg einsetzende Entwicklung der Kälteanwendung im Bereich Kühllagerung und Kühltransporte  führte zum Bau von öffentlichen Kühlhäusern.

einer der ersten Motorkühlschränke,
vorher wurde mit
Eisstange gekühlt.


1931 wurde die Bahnhof-Kühlhaus AG von den  europäischen Bahngesellschaften: gegründet

die Schweizerischen Bundesbahnen SBB,

vier französische Bahngesellschaften CF-Alsace-Lorraine, CF-Paris-Lyon et la Méditerranée, CF de l’Est, CF du Nord, die 1937 zur SNCF zusammengeschlossen wurden,

die Deutsche Reichsbahn als Vorgängerin der heutigen Deutsche Bahn AG,
die Société Nationale des Chemin de Fer Belges SNCB.

Am 15. Dezember 1931 erfolgte der Kauf des Areals Basel von der SBB:
3530 m2 à 30.- Fr/m2 = 105'900 Franken,

zusätzlich mussten für Wegfall und Kürzungen von Geleisen 34'100 Franken bezahlt werden.
Die Baubewilligung wurde am  22. Januar 1931 erteilt: dazu ein interessantes Détail:
Um dem nachgesuchten Verlangen nach rascher Prüfung und Bewilligungserteilung zu entsprechen, wurde von einer detaillierten Prüfung der statischen Berechnungen und Konstruktionen abgesehen.

Aber darauf aufmerksam gemacht, dass der verantwortliche Architekt einzig und allein die volle Verantwortung für die Richtigkeit der sämtlichen statischen Berechnungen und Konstruktionen trägt.

Die Erkenntnis der Baupolizei stützt sich bei der Projektierung der Stahlkonstruktion auf den Spezialingenieur K. Kihm in Luzern und die Oberaufsicht der vorgesehenen Arbeiten durch das Brückenbaubüro der GD SBB in Bern.

Heute benötigt in Basel eine Baubewilligung 5 Monate und geht durch 13 Instanzen

Mit dem Bau des Kühlhauses wurde im Dezember 1931 begonnen und die ersten Einlagerung erfolgten bereits im November 1932.



Die Kälteanlage


Wie damals üblich als Stockwerksbau konzipiert. Die tragenden Stahlskelettkonstruktion mit Zementsteinen ausgemauert und jeder Raum innen allseitig mit expan­diertem Kork isoliert.



Rampenanlagen
Die Rampenanlagen in Basel wurden in mehreren Etappen immer wieder an die Erfordernisse eines raschen Güterumschlages angepasst

1932 waren die Rampen schmal, nur 1 m breit! Für den Umschlag von Hand sicher genügend, als dann die Handhubwagen kamen konnt man nicht kreuzen und verbreiterte die Rampen auf 2.50 m.
Während dem Bau 1962 des Bananenhauses RINER - Importeur der Chicita Bananen, hauptsächlich für COOP, damals VSK, musste um die Durchfahrt zu gewährleistet eine provisorische Sägerampe aus Holz (Eisenbahnschwellen) mit Riffelblech belegt, erstellt werden.

C'est le provisoire qui dure - Ende Sechziger Jahre wurde dann eine Sägerampe aus Beton erstellt und handbetriebene! Anpassrampen HUNTER zu 6000 CHF/Stück eingebaut. Ddie Rampe war nur überdacht.

Die komplett geschlossene Rampe, welche den Vorschriften der Tiefkühlkette entsprach kam viel päter.


Der innerbetriebliche Transport und die Stapelung in der Kälte

Es gab für den Warenumschlag noch keine Stapler, mit selbstgebauten Transportkarren wurde die Gefriergüter mit dem Warenaufzug in die Stockwerke verbracht und dort von Hand gestapelt.

Die Normpaletten wurden erst 1951 eingeführt und mit der SBB einer der ersten Tauschverträge abgeschlossen. Zu dieser Zeit waren höchstens 40% der gelagerten Waren überhaupt so verpackt, dass diese zu einer einigermassen stabilen Transport- bzw. Lagereinheit zusammengefasst werden konnten.

Die Lagergüter

Während der ersten 10 Jahre wurde vor allem Schaleneier und frisches Obst gelagert. Gefrorene Produkte gab es in den Jahren 1930 bis 1940 nur in bescheidenem Ausmass.



Butterfässer mit
einem Gewicht
von 50 kg
wurden von Hand
gestapelt. 

ab 1960 kamen
dann vermehr
Kartons von 25 kg
die palettiert mit
dem Elektrostapler
eingelagert wurden.

Tiefgekühlte Produkte waren mit Einfuhrbeschränkungen belegt und gefrorene Fische durften zuerst gar nicht eingeführt werden. Der Import von den heute so beliebten panierten Fischstäbchen wurde erst nach 1950 bewilligt.

Durch den zweiten Weltkrieg gab es nicht nur auf technischem Gebiet einen rasanten Fortschritt sondern auch die Tiefkühlung setzte sich durch.

Die Fleischeinlagerungen wurden durch das Kriegsernährungsamt bewirtschaftet und 1945 setzte sich die Produktepalette zu 80% aus gefrorenen Rohmaterialien, wie Fleisch, Geflügel, Fisch und Butter zusammen.

Nach 1950 verschwand durch neue Produktionsmethoden die Saisonlagerung von Frischeiern in der Schale.

Rindfleisch durfte zuerst aus veterinärpolizeilichen Gründen nur in ganzen Vierteln, Nierstücke oder Stotzen mit Knochen – in Jutesäcken! eingeführt werden. Die Lockerung kam zuerst beim gefrorenen Wurstfleisch aus Argentinien, das in grossen Stücken ohne Knochen, und nach 1965 als dann kam die Plastikfolie: das in Karton verpackte Bindenfleisch und die Nierstück-Sets (Filets, Entrecôte und Huft).

Dank schnelleren Schiffsverbindungen und Kühlcontainern wurden diese dann in gekühltem Zustande als „Chilled“-Nierstücke importiert und sind vor allem im Gastgewerbe als hochwertige Fleischstücke begehrt.

Mit dem Ausbau der Fluglinien nach Südamerika wurden die Chilled-Nierstücke dann mit dem Flugzeug transportiert und können durch den Zeitgewinn länger gelagert werden. Auch die tiefgefrorenen, ganzen Lämmer in Baumwoll-Stockinettes sind praktisch verschwunden und das Lammfleisch aus Australien und Neuseeland trifft gekühlt als pfannenfertige Filets und Racks zur Distribution in unserem Terminal ein.

 

Äpfel, vor allem aus dem Südtirol, waren lange ein wichtiges Lagergut. Durch die Eidg. Obstbauschule in Wädenswil beraten, richteten wir im Kellergeschoss des Kühlhauses in den  Kühlräumen 1 und 2, Zellen für die Äpfellagerung unter kontrol­lierter Atmosphäre ein. Die luftdichte Zelle bestand aus dünnem Aluminiumblech, so dass die Äpfelharassen vorsichtig von Hand gestapelt werden mussten.

War die Zelle gefüllt und verschlossen wurde der Sauerstoffgehalt der Luft reduziert und durch die aus dem Reifeprozess entstehende Kohlensäure angereichert. Die Reife wurde verzögert und die Äpfel konnten dann länger bis in den Monat Mai gelagert werden.

Bis dann waren auch die Äpfel aus der Schweizer Produktion aufgegessen, sodass Einfuhrbewilligungen für die unter Zollverschluss eingelagerten „Jonathan“ oder „Golden Delicious“ erteilt wurden und der Sauerstoffgehalt in der Zelle wieder lang­sam heraufgesetzt wurde. Die ganze Messung der Luftzusammensetzung und  der Temperaturen, sowie Luftfeuchtigkeit war sehr aufwendig.

Auch von Schäden wurden wir nicht verschont, als z.B. im Raum 51 150 Tonnen „Golden Delicious“ lagerten und wir eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit einhalten muss­ten, begann die Feuchtigkeit an der Decke zu kondensieren und die Wassertropfen tröpfelten stetig auf die Äpfel bis diese  in den obersten Lagen zu Faulen anfingen. Einige Mulden mussten denaturiert und unter Zollkontrolle in die Grube geführt wer­den. Der Schaden war durch die Versicherung gedeckt, aber wir hatten damals einen hohen Selbstbehalt von 50'000 CHF

Als dann in der Schweiz für mehr als 3000 Bahnwagen Äpfel CA-Lager vorhanden waren, gaben wir die Lagerung von Äpfeln ganz auf und die dafür benützten Räume wurden nur noch für gefrorene Lebensmittel verwendet.

Die Nachfrage nach tiefgekühltem Lagerraum nahm in den Jahren um 1960 laufend zu. Obschon auch neue Verfahren zur Lebensmittelkonservierung, wie Bestrahlung und Gefriertrocknen entwickelt wurden, erlebte die Tiefkühlung in diesen Jahren der Konjunktur einen richtigen Boom. Der Verwaltungsrat hat alle Faktoren sorgfältig abgewogen und kam zum unternehmerischen Entschluss eine Verdoppelung der Lagerkapazität sei notwendig, jedoch wurde auch ein gewisses Risiko nicht ausge­schlossen.

Auch ein neuer Standort beim Rangierbahnhof Muttenz wurde abgeklärt. Doch das BWI Betriebswirtschaftliche Institut der ETH kam zum Schluss, das der bisherige Standort für den Strassen- und Schienenverkehr die gleichen Vorteile bietet und genügend Land zur Verfügung steht um sofort beginnen zu können

Mit der Wahl des Standortes war auch die Wahl für ein mehrstöckiges Kühlhaus,  mit den praktisch doppelten Kosten per Kubikmeter gegenüber dem einstöckigen Hallenbau, gefallen. Die Raumhöhen und die Anzahl der Stockwerke machten jedoch noch  weitere Abklärungen nötig.

Der Baugrund wurde wegen der Unterfrierungsgefahr untersucht und vorsorglich eine elektrche Bodenheizung unter dem Raum 51 eingebaut.

Neu waren die t automatischen Gefrierraumtüren und die ölfreien Sulzer-Kompresso­ren. Für die  Beleuchtung wurden Schiffslampen mit 100 Watt Glühbirnen installiert, da die Fluoreszensleuchten in der Kälte länger brauchten bis diese die volle Leuchkraft entwickelten. 

1973   Die Tiefkühl-Distribution wechselt auf die Strasse 

Schon früh erkannten wir das Bedürfnis unserer Kunden ihre bei uns gelagerten gekühlten und tiefgekühlten Lebensmittel zu deren Abnehmern bzw. Endempfängern zu transportieren. Am Anfang wickelte sich unsere  Distribution auf der Schiene ab.

Seit 1958 beluden wir SBB-Kühlwagen - das gab es damals noch - mit Stückgutsen­dungen. Diese FRIGOSUISSE-Kühlkurse mit den Bestimmungen Genf,  Lausanne -  Wallis, Tessin und Chur wurden jeweils am Dienstag, je nach Warenanfall auch am Donnerstag, auf unseren Rampenanlagen unter grossem Zeitdruck beladen. Denn um 17 Uhr kam die Rangierlokomotive und die Kühlwagen wurden  in den Personen­bahnhof umgestellt, um im ‘Nachtsprung’, an einem Personenzug angehängt ihr Ziel zu erreichen. Heute sieht man keine Güter- oder Gepäckwagen mehr an einem Personenzug.

Im Jahre 1970 wurde ein Tiefkühlcontainer mit einem Diesel-Kühlaggregat Thermo-King von der Firma Schindler Pratteln erworben und über Landquart - Davos bis nach St. Moritz eingesetzt. In der Zwischensaison war die Auslastung schwach, Sodas wir uns entschlossen den Container an die Rhätischen Bahnen zu verkaufen.



 

Der Höhepunkt der Kühlwagenkurse wurde im Jahr 1967 überschritten. Das Wort Tiefkühl-Logistik war noch nicht bekannt doch die Einhaltung der Kühlkette und die Domizillieferung waren die Erfordernisse, welche uns bewogen die ganze Distribu­tion im Jahre 1972 auf die Strasse zu verlegen.

Auf 1. Januar 1973 trat dazu noch die neue Fleischschauverordnung in Kraft, welche gleichmässige Kühl- und Tiefkühltem­peraturen vorschrieb, die wir beim Bahntransport nicht einhalten konnten.


Die Nachbeeisung der Kühlwagen in Basel war seinerzeit einer der Hauptgründe der Beteiligung der Bahngesellschaften am Bau und Betrieb von Kühlhäusern.

Man stelle sich vor es gab in den 30er Jahren noch keine Kühlcamions auf der Strasse, der ganze Verkehr wickelte sich auf der Schiene ab. Basel lag auf der Süd- Nordachse des Lebensmittelverkehrs mit Früchten und Gemüsen. Die Bahnen hatten einen eigenen Kühlwagenpark, der 1950 in die Interfrigo übernommen wurde. Es zirkulierten damals 25'000 Kühlwagen, die mit Wassereis gekühlt wurden auf dem europäischen Netz.

Eine Nachbeeisungsstation war in Basel ......    folgt

Eisfabrikation in VIETNAM

Das Zollfreilager
Die Kühlfreiliager hatten bis in die 60er Jahre eine Monopolstellung. Erst nach und nach wurden Bewilligungen für Zollfreilagerung erteilt. Mit der Einführung der EDV wurde dann die Transitlagerung generell gelockert.

Das Zollamt Basel SBB-Kühlfreilager mit einem Dienstchef und 3 Beamten im Hause wurde sukzessive abgeschafft. Der Auslad und die Einlagerung in den Kühlraum wurde nicht mehr durch zwei Betriebsbeamte überwacht und die mit Transitwaren belegten Räume nicht mehr mit einem Malschloss abgeschlossen, zu welchem nur der Zollbeamte einen Schlüssel besass.

Die Verantwortung wurde immer mehr an uns abgetreten, z.B. das Entfernen der Zollbleis an Bahnwagen und Camions, was früher mit einer Zollbusse geahndet wurde.

Mit der Einführung der EDV hat sich die Zollabfertigung komplett verändert. Die papierlose Einfuhrdeklaration per Standleitung übermittelt und die Freigabe des Auslades, wenn nicht innert 30 Minuten Revision verlangt wird hätten wir uns vor 50 Jahren nie träumen lassen.

Der Grenztierarzt

Bis zur Schaffung der Stelle eines festen Grenztierarztes im Bahnhof Kühlhaus im Jahre 1960? musste der Grenztierarzt jeweils telefonisch aufgeboten werden und kam normalerweise am Nachmittag um 15 Uhr um die Kontrollen vorzunehmen. In dringenden Fällen mussten wir auch auf allen Zollämtern die in Frage kamen herum telefonieren, oder sogar  den Tierarzt in einem bestimmten Restaurant auf der Heuwaage abholen.

Nach Eröffnung des KH in Möhlin mussten wir den Grenztierarzt täglich hin und zurück chauffieren, jedes Mal 50 km! Obwohl er ein Dienstfahrzeug mit Winterpneus besass.

Nach 1989 wurde endlich der Bezirkstierarzt offiziell als Grenztierazt zugelassen.

Mit dem Grenztierarzt stand ich meist auf Kriegsfuss wegen seinen bürokratischen Entscheiden musste ich oft seinem Chef beim Bundesamt anrufen bis wir die Waren freibekamen.


BAUGESCHICHTE


1963 BASEL Kühlhaus 2

Planer:           Suter & Suter Architekten, Basel
Ingenieure:     Gruner AG, Basel



1970 BASEL Kühlhaus 3 Erweiterungsbau
Planer:           Suter & Suter Architekten, Basel
Ingenieure:     Gruner AG, Basel
Ende 1970 vollendeten wir in Basel das Kühlhaus 3, mit welchem die Lagerkapazität um rund 1000 t erhöht wurde. Da mit dem fünfstöckigen Gebäude die Lücke zwischen dem KH1 (1933) und dem KH2(1963) wurde die der Wärmeeinstrahlung ausgesetzte Fassadenfläche um rund 1200 m2 reduziert, sodass der Energieverbrauch sich nicht erhöhte. Der Bauvorgang stellte hohe Anforderungen an die Ingenieure, Einbau von Stützen in die Umschlagshalle, Gleitlager, Schalungen auf beiden Längseiten .

Mit dem Kühlhaus 3 waren alle Ausbaumöglichkeiten am bisherigen Standort in Basel, sei es unter Einbezug des Früchtehauses, eines Teils des Bahnareals oder des Wolfgottesacker, erschöpft.



Die Einführung der elektronischen Datenverarbeitung ......


folgt

1972/74…Die Suche nach einem neuen Standort und der Kauf des Areals in MÖHLIN
Unsere französischen Verwaltungsräte gaben der Direktion den Auftrag ein grösseres Areal zu suchen und machten Druck um nach den Stockwerkbauten in Basel zum modernen und kostengünstigen, einstöckigen Hallenbau überzugehen.

Alle meine Erfahrungen im Betrieb eines Kühlhauses konnte ich in das Projekt auf der grünen Wiese einbringen, ohne irgendwelche Behinderung durch bestehende Bauten oder Installationen.

 
WIRD FORTGESETZT !



1972 MÖHLIN Landkauf 42'000 m2
1980 MÖHLIN 1. Etappe
1980   MÖHLIN Bau der 1. Etappe TKL 1
Eine Grundlagenstudie über die verschiedenen Lagersysteme, wie
1.   Blocklagerung mit Eckstützen
2.   Gestellagerung mit Normalgang (Schubmaststapler)
3.   Gestellagerung mit Schmalgang (Drehturmstapler)
4.   Verschiebegestelle - Mobile Racks und
5.   Hochregallager mit automatischem Stapelkran
wurden einander mit Vor- und Nachteilen und den Bau- und Betriebskosten gegenüber gestellt.

Seit 1980 verlor die Lagerung mehr und mehr an Bedeutung. Die Kühlhäuser werden zu logistischen Distributionszentren. Die Rohmaterialien wurden meist nicht mehr langfristig auf Vorrat eingekauft (Währungsschwankungen).

Der Transport von Kühlgütern

Der vor oder nach der Kühl- oder Tiefkühllagerung stattfindende Transport wurde ein weiteres wichtiges Glied der Kühlkette. Hierzu eignen sich ventilierte, isolierte, eis- oder maschinell gekühlte Fahrzeuge. Die Kühlhäuser mit dem Transport z.B. mittels eigener Kühlcamions oder als Agenturen von Eisenbahn-Kühlwagengesellschaften. Sie besorgen auch die Nachbeeisung mit Trocken- oder Wassereis, das zugekauft oder in eigenen Wassereisfabriken erzeugt wird.





Den Namen mussten wir ja nicht neu erfinden denn es gab schon seit den 50er Jahren eine einfache Gesellschaft FRIGOSUISSE in der die Eisfabriken, die im Nachbeeisungsdienst tätig waren zusammengeschlossen waren. Trotzdem ergab es eine gewisse Aufruhr bei unserer Konkurrenz in Basel, welche sich jedoch wieder legte, denn der Namen der Gesellschaft FRIGOSUISSE wurde nie gelöscht und lebt nun weiter.




sobald in Möhlin das TKL vollendet ist werden im Sommer 2007 die Abrrucharbeiten beginnen. Bis dann werden die Mieter ausgezogen sein, die AG für Fruchthandel geht z.B. nach Münchenstein. Das ehemalige Bananenhaus Riner wurde bereits von der ABS (Erbengemeinschaft Bittmann) gekauft, sodass auch die noch bestehenden Baurechtsverträge ausgelöst wurden.

Der Abbruch wird ein kostspielieges Unternehmen sein, müssen doch nach den heutigen Umweltvorschriften sämtliche Baustoffe getrennt entsorgt werden:
Beton, Backstein, Armierungseisen, Asphalt, Korkisolationen und die Kunststoffschaumisolationen etc. etc..

Damit kann der zukünftige Investor sicher sein, ein Areal ohne Altlasten zu übernehmen.













Ein neues, top-modernes Dienstleistungszentrum

Auf der Nord- / Südachse, an der Grenze zu Deutschland und Frankreich entsteht zurzeit in Möhlin ein neues, einzigartiges Dienstleistungszen­trum. Das in den 1980er Jahren erbaute Tiefkühlhaus der Frigosuisse AG wird durch einen modernen Neubau ausgebaut und die vorhandene Kapazität verdoppelt. Der Erweiterungsbau umfasst auch Lagerflächen für gekühlte und ungekühlte Artikel.

Das neue Hochregallager mit integrierten Kommissioniertunneln ver­fügt über 12'000 Palettenplätze. Vier Regalbediengeräte besorgen die automatische Warenein- und Auslagerung sowie die Bereitstellung ab den Kommissionierplätzen. Das zweistufige Kommissioniersystem mit Sorteranlage garantiert eine hohe Leistung mit überragender Zuverlässigkeit. Die kommissionierte Ware wird über eine Förderanlage dem Sorter zugeführt, welcher die gepickten Colis barcodegesteuert den Kundenaufträgen zuordnet. Die einzelnen Aufträge werden manu­ell palettiert und via Flurfördergeräte zur Bereitstellung für den Versand dem Hochregallager zugeführt.

Hohe Anforderungen an das Projekt

Frigosuisse AG, ein führendes Dienstleistungsunternehmen für tempe­raturgeführte Güter, stellte besonders hohe Anforderungen an die Qualität und Leistungsfähigkeit des neuen Kommissioniersystems. Angesichts der Heterogenität des Lagergutes machte dies eine sorgfäl­tige Evaluation der heute auf dem Markt angebotenen technischen Möglichkeiten erforderlich. Im Pflichtenheft an oberster Stelle stand fer­ner die lückenlose Gewährleistung der Tiefkühlkette über alle Bereiche, d.h. auch auf den Rampen, in der Sorterhalle und nicht zuletzt auf den Lieferfahrzeugen.

Über alle logistischen Stufen bleibt die Kühlkette geschlossen.

Auch der Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit wurde im Projekt gebührende Beachtung geschenkt. Stichwort Isolation: Das Hochregal­lager mit Gebäudemassen von 88x30x25m wird in Silobauweise erstellt, das heisst, die Regal-Stahlkonstruktion trägt das Dach, während Sand­wichpaneele die gesamte Gebäudekonstruktion umschliessen und damit eine hervorragende Isolation sicherstellen. Die Kälteanlage für den Neubau entspricht dem neuesten Stand der Technik und ist ent­sprechend energiesparend und umweltverträglich konzipiert. Auch an die Schonung der Geräte und deren Energieverbrauch wurde gedacht:

Die Geschwindigkeit der Regalbediengeräte wird beschäftigungsab­hängig variiert. Ausserhalb der Spitzenbelastung wird das Tempo redu­ziert, was die Lebensdauer der Geräte erhöht und den Energiebedarf reduziert.

Gut ausgebaute Infrastruktur

Frigosuisse AG verfügt über eine gut ausgebaute IT-Infrastruktur, und ist damit in der Lage, die Kundenaufträge über EDI abzuwickeln und auf kundenspezifische Wünsche einzugehen. Auch eine lückenlose Rück­verfolgbarkeit der Ware ist jederzeit gewährleistet. Ein national flächendeckendes Distributionssystem ermöglicht zweimal täglich die Kunden zu beliefern. 

 






 
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